Working as a castmember in DLRP, Teil I

Absolut ungewöhnlich, aber ich habe die Idee  im Disneyland Paris zu arbeiten nicht nach langwieriger Recherche gefasst, sondern ganz spontan im SchülerVZ (das kennen wahrscheinlich nur noch wenige von euch, sozusagen ein deutsches Facebook, was zu meiner Schulzeit mega angesagt war), dort hab ich bei jemanden eine Gruppe mit dem Namen „Castmember im Disneyland Paris“ gesehen, mich kurz eingelesen und spontan meine Bewerbung abgeschickt.Die Bewerbung wurde über die Agentur für Arbeit weitergeleitet an das Recruiting-Team des DLRP, da es sich um ein Auslandsprogramm nach der Schule handelt. Infos zum Bewerbungsverfahren gibt es hier. Was ich für ein Glück hatte, machte sich schon 2 Tage später bemerkbar, ich wurde nämlich für einen Tag später direkt zum Casting nach Berlin eingeladen und es war das einzige für 2008 (ich hab mich im März 2008 für ab Juli 2008 beworben). Mein Vater hat zähneknirschend ein Zugticket für >100€ bezahlt, immerhin wollte er, dass ich nach dem Abi etwas erleben kann. In Berlin angekommen gab es zunächst eine Info-Veranstaltung, wo einiges zu Disney erzählt wurde. Danach fanden dann Interviews mit ca. 4 Personen statt. Beim Warten habe ich einige Leute kennengelernt, die ich später in Paris wieder getroffen habe und mit denen ich teilweise heute, 8 Jahre später, noch in Kontakt stehe. Die allerliebste Person habe ich aber erst vor Ort kennengelernt, meine liebste Franni, auch deren Hochzeit ich sogar vor kurzem war und mit der ich noch sehr viel Kontakt habe ❤

Im Gespräch wurde man dann zunächst auf seine Sprachkenntnisse getestet und musst sich kurz vorstellen, danach konnte man angeben, in welcher Position man gerne arbeiten möchte (Food & Beverage, Merchandise, Attraktion oder Hotel). Ich kann man nicht mehr genau erinnere, was ich gewählt habe, aber auf jeden Fall habe ich verdammtest Glück gehabt, denn ich habe einen Job im Bereich Attraktion bekommen. Später zeigte sich, dass das definitiv das Beste war (für mich), vor allem im Bezug auf Arbeitszeiten, Abwechslung und meine Park-Kenntnisse. Zuerst war ich traurig, weil alle anderen im Merchandise waren, aber als ich nicht um 6h oder bis 2h nachts arbeiten musst und zum 1000x mal das gleiche Kuscheltier verkauft habe, war ich doch ganz froh ;-). Nach dem Casting hat es etwas gedauert, dann hat man Unterlagen mit einem vorgeschlagenen Datum, dem Job und weiteren Infos zugesandt bekommen.

Mein Vater hatte es nicht so leicht, denn mein Abfahrtstag fiel zufällig auf den Tag es EM-Endspiels Deutschland-Spanien und als hätte ich es geahnt, fuhr mein Nachtzug auch noch so, dass wir vor der zweiten Halbzeit losmussten. Kann ich jedem empfehlen, auf der gesamten 45mn Fahrt haben wir 1 Auto gesehen und im Bahnhof haben wir sogar noch die letzten Minuten mit den Burger-King Mitarbeitern geguckt.

In Paris angekommen hab ich mit kurzem Verfahren (falsche RER in die falsche Richtung) den Weg nach Marne la Vallée, ca. 40mn östlich von Paris, gefunden. Dort befindet sich das Disneyland. Im Gebäude des Recruiting-Teams wurde man dann ausging informiert, hat seinen Mitbewohner kennengelernt und wurde im Anschluss zur Unterkunft gefahren.

Ich habe beim ersten Mal in der Unterkunft „Les Pléiades“ gewohnt und danach noch mehrmals in der „la Boiserie“. Meine Mitbewohner kam aus Oldenburg und so ganz allein in einem fremden Land war, ohne das man jemanden kennt, war es ganz gut, dass man gerade am Anfang jemanden hatte, mit dem man deutsch sprechen konnte. In den Pléiades hatte man ein Appartement zu Zweit,  mit kleinem Wohnraum an den eine Pantry-Küche grenzte und ein Badezimmer. Es war also wirklich klein und nicht sehr komfortabel. Meine Mitbewohnerin musste oft um 6h arbeiten und da es im Bad keine Steckdose gab, hat sie dann neben dem Bett geföhnt (was 1,5m von meinem entfernt stand). Dafür kam ich um 24h nach Hause und hab mir noch Essen gekocht – man lernt also sich zu tolerieren und damit zu leben. In der Boiserie lebt man mit 4 oder 6 Personen zusammen. Es gibt allerding zwei Schlafzimmer mit Bad und  einen sehr großen Wohnbereich mit amerikanischer Küche. In der Boiserie war es definitiv besser!

Am ersten richtigen Tag fand die „Disney Tradition“ statt, dafür mussten wir morgens zur Disney Université, die nicht im Park liegt, sondern in der Nähe des Hotel Chayenne. Dort hat man sein Namensschild und seine ID bekommen (braucht man um in den Park zu kommen, etwas zu Essen zu kaufen etc.). Danach hat man erst mal sehr ausführlich erklärt bekommen, was alles zum Disney Konzern gehört (ganz schön viel!) und wie toll Disney ist. Und danach durften wir zum ersten Mal in den Park: was ein unglaubliches Erlebnis! Ich hätte nie gedacht, dass ich mich zu Recht finde, es war riesig, bunt, laut und toll. Am zweiten Tag, der „Disney Orientation“, waren wir dann in einem Gebäude im „Backstage“ und haben noch viel mehr erfahren, unsere Arbeitskleidung anprobiert und kurz vor dem Ende noch unsere neuen Teamleader kennengelernt und gezeigt bekommen, wo wir uns am nächsten Tag melden müssen zum richtigen Arbeiten.

Mein Job war an der Attraktion Steam Train, ich war also ein Zugbegleiter. Der Zug ist einmal um den Park gefahren und hat in jedem Themenbereich einmal gehalten. Morgens ging es immer im „Maison Blanche“,  einem Besprechungsraum los. Dort hat man von einem der Teamleader Infos zum Gästeaufkommen, dem Wetter und der Personalbesetzung erhalten. Die Attraktion gehörte zum Bereich Attraktion 5 und zur Teambesprechung kamen Zugfahrer, Ingenieure, Cowboys, Kapitäne und Geisterhaus-Mitarbeiter zusammen, was immer ziemlich lustig aussah.

In den ersten drei Tagen hat man eine Ausbildung bekommen und ist nur in Begleitung unterwegs gewesen um alles zu lernen, danach musste man ein Check-Out bestehen und durfte dann alleine arbeiten. Um zu bestehen, musste man wissen, wo Feuerlöscher sind, das Walkie-Talkie bedienen (heißt Radio und ist unglaublich schwer zu verstehen, da alle wirr Codes durch geben) und Codes kennen. Es gibt Codes für alles, Feuer, Unfall, unbekannte Objekte etc., der wichtigste aller Codes ist der 101 (sprich one,o,one – fast alles im Disneyland ist irgendwie amerikanisiert, es kommen z.B. guests und keine visitors). 101 steht sozusagen für Totalausfall und wenn eine Attraktion(oder noch schlimmer, mehrere gleichzeitig) 101 sind, heißt das Chaos, Hektik und sehr unzufriedene Gäste. Zum Glück sind während meiner Aufenthalte nie wirklich schlimme Sachen passiert und auch die Terrorgefahr war 2008 noch deutlich geringer, auch wenn es bereits starke Kontrollen am Eingang gab und verlassene Taschen von Spürhunden untersucht wurden.

Ich fand die ersten Arbeitstage ziemlich aufregend, immerhin war ich noch nie irgendwo alleine, habe nur die Hälfte verstanden und musste schon Leuten aus aller Welt weiterhelfen.  Aber mit der Zeit wurde es zum Glück besser. Am Anfang habe ich immer mit „oui“ geantwortet, wenn ich nicht verstanden hab, warum es ging – bis jemand meinte, dass man auf die Frage nicht mit ja antworten kann. Ein richtiger Erfolg war es dann für mich, als ich zum ersten Mal einen Witz beim Lunch direkt verstanden habe und nicht erst  „nachlachen“ musste, weil es etwas gedauert hat,  bis ich alles verstanden hatte. Was zu meinen täglichen Aufgaben gehörte und was ich während meiner fünf Aufenthalte alles erlebt habe, erzähle ich in Teil II.

Einige Impressionen und Tipps zu eurem Besuch im Disneyland Resort Paris habe ich hier bereits aufgeschrieben.

 

 

 

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2 Gedanken zu “Working as a castmember in DLRP, Teil I

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