Wir bekommen ein Baby VIII: GEBURTSBERICHT

Den letzten Blogpost zur Reihe „Wir bekommen ein Baby“ habe ich vor knapp sieben Wochen verfasst. Seitdem ist wahnsinnig viel passiert und bisher fehlte mir die Zeit und auch etwas die Kraft um mich zu erinnern, aber heute möchte ich euch von den letzten beiden Wochen vor der Geburt und natürlich der Geburt selbst berichten.

Um an den letzten Blogpost dieser Reihe anzuknüpfen, Baby Schnuk hat sich leider nicht dazu entschieden vor Einleitung allein zu kommen. Alle von mir erwähnten Mittel um die Geburt anzuregen haben also zumindest bei mir nicht funktioniert. 😉

Bei 40+0 habe ich mich somit morgens wir von der Ärztin angeordnet im Krankenhaus zur stationären Aufnahme gemeldet. Ich war ziemlich aufgeregt und zudem voller Vorfreude und Erwartung den Kleinen nun endlich bald kennenzulernen. Trotzdem wollte ich nicht zu viel hoffen, denn alle haben mir gesagt, dass es bei Einleitungen vor Termin dauern kann, bis ein Baby sich auf den Weg macht. (Hätte ich zu diesem Zeitpunkt gewusst, wie lange und wie mental belastend die nächsten Tage wären, hätte ich wieder umgedreht und wäre nach Hause gegangen. ;-))

Nach den Formalitäten habe ich mich im Kreissaal gemeldet und es wurde Ultraschall und CTG gemacht. Danach habe ich einen Plastikbecher mit einem „Wehencocktail“ in die Hand gedrückt bekommen und sollte auf Station gehen um ein Zimmer zu bekommen und dann diesen langsam über eine Stunde trinken. Fazit des 1. Tages Einleitung: Der Wehencocktail hat absolut nichts bewirkt.

Bei 40+1 sollte ich mich morgens wieder zum CTG melden und danach wurde mir ein Gel auf den Muttermund aufgetragen, welches eine Stunde einwirken musste und danach Wehen fördern sollte, nach 6 Stunden wurde der Vorgang wiederholt aber leider hat sich absolut nichts getan.

Bei 40+2 haben es die Ärzte mit einem anderen Wirkstoff versucht, der stärker war und nicht als Gel, sondern als eine Art Tampon eingeführt wurde. Auch dies hat bei mir nicht geklappt. Langsam bin ich allerdings mental am Ende gewesen, da einfach nichts passiert ist und ich jeden Abend mit der Hoffnung ins Bett gegangen bin, dass ich bestimmt nachts mit Schmerzen aufwache. Und ihr glaubt es nicht, wie genervt ich von dem Satz „Sie brauchen Geduld, ihr Körper ist noch nicht bereit“ war und noch mehr von den zig Whatsapp Nachrichten jeden Morgen, die allesamt quasi nur folgenden Inhalt hatten: „Und??????“

Bei 40+3 musste mit der Einleitung pausiert werden, damit der Körper sich erholen konnte, sodass es bei 40+4 weiterging. Bei der Untersuchung morgens wurde immerhin festgestellt, dass der Muttermund sich 1cm geöffnet hatte; dies hat mir wahnsinnig viel Motivation gegeben, dass es nun endlich losgehen könnte, nach 5 Tagen im Krankenhaus. Da der Erfolg bei etwas geöffnetem Muttermund größer sein soll, wurde es an diesem Tag wieder mit Gel probiert. Als ich abends im 22h beim CTG war konnte man auf dem Monitor sogar tatsächlich regelmäßig Wehen erkennen und ich habe meine ganze Hoffnung darauf gesetzt, dass es jetzt endlich losgeht. Aber was soll ich sagen, es waren wohl synthetische Wehen ausgelöst durch die Medikamente und keine echten Wehen.

Als ich bei 40+5 und somit dem 6. Tag der Einleitung morgens aufgewacht bin und keine Schmerzen mehr hatte war ich tatsächlich an meinem Tiefpunkt angekommen. Ich hatte keine Vorfreude mehr auf mein Baby und wollte einfach nur nach Hause. Zudem habe ich mich gefragt, wie und wie lange das so weiter gehen soll. Ich habe in den Tagen im Krankenhaus sehr oft geweint und war psychisch so erschöpft, dass ich mich selbst nicht mehr wiedererkannt habe. An dem Morgen habe ich für mich die Entscheidung getroffen, dass ich das so nicht mehr aushalten kann und um ein Gespräch mit dem Arzt gebeten. Ich konnte dann mit dem Oberarzt sprechen und habe mich schlussendlich nach viel Nachdenken dafür entschieden einen Kaiserschnitt machen zu lassen. Hierbei haben verschiedenen Punkte den Ausschlag gegeben, auf die ich aber nicht näher eingehen möchte.

Bei 40+6, also einen Tag vor ET sollte es dann soweit sein und ich durfte endlich mein Baby kennenlernen.

Der Kaiserschnitt

Mein Mann und ich wurden morgens von der Hebamme um 6h30 abgeholt und ich den Kreissaal gebracht. Dort wurde ein letztes CTG geschrieben und ich habe eine Infusion bekommen. Da es meine allererste Operation war, ist meine Aufregung riesig gewesen und ich konnte gar nicht so schnell alles verarbeiten, wie es geschah. Plötzlich lag ich auf einem OP-Tisch in einem Raum voller grün gekleideter Personen, die sich mir teils vorstellten und ihre Funktion erklärten. Ich kann mich allerdings an kein Gesicht erinnern, nicht einmal an das des Anästhesisten, der mit mir 45mn gesprochen hat.

Bei mir hat es ca. 20mn und zwei Ärzte gedauert, bis die Spinalanästhesie richtig gesetzt war. Nachdem meine Beine anfingen taub zu werden durfte auch endlich mein Mann in den OP kommen und neben mir hinter einer Abtrennung sitzen. Ich habe mich davor gefragt, wie es sich anfühlt seine Beine nicht zu fühlen und fand es tatsächlich nicht so schlimm, allerdings hatte ich schon nach ganz kurzer Zeit das Gefühl, dass ich meine Füße doch noch bewegen kann und auch meine Knie habe ich noch gespürt. Der Arzt meinte jedoch, dass das in Ordnung sei, solange ich keine Schmerzen habe.

Nach der Betäubung ging es wahnsinnig schnell, ich habe wahrgenommen wie mein Bauch ohne Schmerzen aufgeschnitten wurde und dann kam der verrückteste Moment der Operation. Mit einem Mal konnte man ein super lautes Platschen hören, als wenn eine riesige Wasserbombe platzt. So hört es sich scheinbar auch an, wenn eine Fruchtblase mit zu viel Fruchtwasser platzt und die Ärzte nicht mit der Menge rechnen. Anders kann ich mir auf jeden Fall nicht erklären, warum dann jemand mit Wischer und Eimer in den OP eilte. 😉

Nach dem Geräusch habe ich nur jemanden sagen gehört, „8:39“ und dann der Moment, auf den ich seit Februar so sehnsüchtig gewartet habe, das erste Schreien unseres Babys, erst einmal ganz zaghaft und dann ganz laut. Kurze Zeit später wurde der Kleine uns kurz gezeigt, bevor er zur ärztlichen Untersuchung kam. Und ich war unendlich erleichtert, dass es ihm gut ging und er schrie.

Ab dem Moment, wo das Baby nicht mehr im Raum war, wurde die Operation leider unschön und ich habe immer noch Gänsehaut, wenn ich mich zurück erinnern. Ich kann mich zum Glück nicht mehr dran erinnern, wie schlimm meine Schmerzen waren, sondern nur, dass ich wahnsinnig geschrien habe und es mir körperlich sehr schlecht ging. Der Anästhesist war sehr überascht, wie doll ich geschrien habe und die Schmerzen (in dem Moment noch) beschreiben konnte, dass er mir noch eine stärkere Dosis der Betäubung zugeführt hat.

Als Schnuk dann wieder bei uns war, war auch das schlimmste geschafft und ich habe mich nur noch auf ihn konzentriert. Er lag ganz mini in ein Handtuch eingewickelt im Arm meines Mannes und hat geschlafen.

Am 16.10 um 8:39 ist unser kleiner Leon Henri mit 3470g und 50cm geboren worden und hat unser Leben als Familie vollkommen gemacht.

 

 

 

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