71° 10′ 21″ nördliche Breite: Komm mit auf unser Abenteuer zum Nordkap

Anfang März ging es für uns nach Nordnorwegen und unser Ziel könnte nördlicher nicht liegen. Wir haben uns nämlich vorgenommen von Tromsø zum Nordkapp zu fahren.

Was wir erlebt haben und wieso wir beinah 30km vor Ziel umdrehen mussten, habe ich euch heute aufgeschrieben. Komm mit uns zum nördlichsten Punkt des europäischen Festlandes!

Anreise

Die Anreise zum Nordkap erfolgt entweder mit dem Auto über die E6 oder auf dem Wasser, denn viele Besucher kommen auch mit dem Kreuzfahrtschiff. Wir sind mit dem PKW aus der Stadt Alta angereist. Die Distanz von dort sind nur ca. 230km, durch viele Fjorde und Kurven braucht man bei gutem Wetter aber trotzdem 4:30 Stunden.

Wir sind bei Glätte, Schnee und Sturm rund 6:30 Stunden unterwegs gewesen. Die Fahrt war wirklich anstrengend, weil das Wetter sich alle 15mn drastisch verändert hat und wir teilweise in pechschwarze Wolkenwände gefahren sind oder ein Schneesturm über uns toppte. Zudem waren die Straßen vereist und das Bremsen in engen Kurven sehr unangenehm.

Für den Straßenverkehr solltet ihr unbedingt regelmäßig die Verkehrslage kontrollieren (Achtung, nur die norwegische Website zeigt alles korrekt an, man versteht aber das meiste oder kann es übersetzen lassen mit Google Translate) – auch wenn es sich um Hauptstraßen wie die E6 handelt, kommt es im Winter nicht selten zu kompletten Straßensperrungen.

Genau das ist uns passiert: Es toppte ein starker Sturm über Nordnorwegen und wir konnten erst gegen 13:00 Uhr in Alta aufbrechen, weil vorher die komplette Verbindung in den Norden gesperrt war. Auch nach der Straßenöffnung waren die Verhältnisse echt schwer und ich war wirklich noch nie so froh heile an einem Ort angekommen zu sein, wie diesen Tag.

Der Nordkap-Tunnel

Als wir durch den 1999 erbauten und ca. 6800m langen Nordkap-Tunnel gefahren sind, der die E69 durch die Meerenge Magerøya führt, war die Erleichterung groß. Die Durchfahrt ist mittlerweile kostenfrei und einmal draußen hat man das Gefühl wirklich am Ende der Welt angekommen zu sein.

Von dort ging es für uns zunächst nach Honningsvåg, einem kleinen Ort mit rund 3.500 Bewohnern, wo wir auch übernachtet haben – von hier sind es noch knapp 40km bis zum Nordkap.

In Honningsvåg bestimmt ganz klar das Angebot den Preis und so haben wir tatsächlich für fast 300€ die Nacht übernachtet, da es aber quasi das einzige Hotel in der Stadt war, blieb uns auch nichts anders übrig. Wir waren im Scandic Hotel.

Abends waren wir im King Crab House sehr lecker Burger essen.

Durch den anhaltenden Schneesturm war die Zufahrt zum Nordkap den ganzen Abend noch gesperrt und wir haben wirklich gehofft, dass sie morgens wieder geöffnet wird.

Stellt euch vor, ihr seid auf den letzten 30km, nach so einer langen Reise und dann versperrt euch eine Schranke die letzte Zufahrt. Die Enttäuschung wäre riesig.

Dementsprechend groß war unsere Euphorie, als wir morgens gesehen haben, dass für 12:00 Uhr eine Konvoi-Fahrt der letzten 11km vorgesehen wurde und die Zufahrt nicht mehr komplett gesperrt war. Dies ist ein übliches Vorgehen im Winter um die Gefahr zu mindern. Wir konnten daher bis zu einem Startpunkt fahren, der ca. 11km vor dem Nordkap liegt.

Dort versammelten sich ca. 30 Autos und 5 Reisebusse und sind dann im Konvoi hinter einer Schneewalze gefahren, die die Straße geräumt hat. Ehrlich gesagt, waren diese 11km nichts gegen unsere Anreise auf das Nordkap Plateau, aber nun gut – Hauptsache wir haben unser Ziel errreicht.

Am Nordkap

Nach dem man den Kassenschalter passiert hat, kommt man zu einem großen Parkplatz. Von dort sind es nur noch wenige Hundertmeter bis zum weltbekannten Fotomotiv, dem Globus.

Er wurde 1978 errichtet und symbolisiert das Ende des europäischen Festlandes. In Wirklichkeit liegt die Spitze der kleinen Halbinsel noch etwas nördlicher. Bei gutem Wetter kann man ca. 1km über die Felsen zu diesem Punkt klettern. Bei Schnee und Eis und mit Kleinkind für uns keine Option.

Wir haben uns sagen lassen, dass man im Sommer teilweise stundenlang wartet für ein Foto am Globus. Wir hatten tatsächlich Glück, nachdem die Kreuzfahrt-Touristen aus den Reisebussen ihr Foto gemacht hatten, haben wir den Globus quasi für uns alleine gehabt. Oft ist der 300 Meter hohe Felsen in dichten Nebel gehüllt und die Sonne kommt nur selten durch die dichte Wolkendecke, wir hatten aber Glück und haben tatsächlich klare Sicht gehabt.

Außerdem gibt es auf dem Gelände ein großes Besucherzentrum mit einer Ausstellung zum Nordkap, sowie einem Kino mit Film und einem riesigen Souvenirshop.  

Für uns war tatsächlich das Erlebnis und der Weg die Besonderheit, weswegen wir uns den teuren Eintritt gespart haben. (Dafür bin ich aber im Souvenirshop etwas eskaliert. ;-))

Unser Fazit zu einer Reise zum Nordkap im Winter? Go for it! Die Landschaft ist wunderschön, soviel Schnee sieht man sonst nirgendwo. Wir haben zudem Polarlichter auf dem Nordkap-Plateau gesehen, was definitiv etwas für die Bucklist ist und hatten einfach eine unvergessliche Zeit. Aber unterschätzt das Wetter nicht, seid auf einen Schneesturm gefasst und plant die Route nicht zu strickt. Wir mussten auch kurzfristig in Honningsvåg übernachten, konnten aber unser anderes Hotel noch kostenfrei stornieren.

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