ICELAND X: Islandreise mit Baby -Unsere Erfahrungen

„Ihr fliegt nach Island, und was macht ihr mit Leon?“ Die Frage haben wir in den Wochen vor unserer Reise tatsächlich sehr oft gehört. Ich fand es erst komisch, weil für uns natürlich klar war, dass wir unser Baby mitnehmen und wir auch generell keine anderen Optionen in Erwähnung gezogen haben, aber andere denken scheinbar anders und alles, was über die Ferienwohnung an der Ostsee hinaus geht weckt das Interesse. Heute möchte ich euch daher ein Feedback geben zum Thema: Island mit Baby – Geht das überhaupt? Eins Vorweg: Wir haben Island als äußerst kinderfreundlich kennen gelernt und würden sofort wieder kommen!Anreise und Abreise:

Wir sind ab Düsseldorf mit Icelandair nach Keflavik geflogen. Der Flug für Leon hat inkl. 23kg Koffer nur 7€ gekostet, zudem konnte man einen Buggy + Kindersitz kostenfrei transportieren.

Am Düsseldorfer Flughafen hat alles super schnell geklappt, wir konnten Buggy und Maxi Cosi mit zum Gate nehmen und kostenfrei transportieren. Beim Boarding wurde uns direkt gesagt, dass der Platz neben uns frei ist und Leon den Maxi Cosi mit an Board nehmen darf. Zudem haben wir heißes Wasser für unsere Thermoskanne bekommen.

Am Zielflughafen gab es kostenfrei Gepäckwagen, sodass wir unsere drei großen Koffer, Buggy, Handgepäck, Wickeltasche, Kameratasche und Maxi Cosi gut händeln konnten.

Beim Rückflug ging es sogar noch schneller, am Keflavik Airport gibt es einen Check-in Schalter extra für Familien und auch eine separate Sicherheitskontrolle. Im Flugzeug war der Sitz in unserer Reihe belegt, aber der Flugbegleiter hat sich sehr bemüht und extra einen anderen besseren Sitz für den Passagier in unserer Reihe gesucht, sodass dieser sich gerne umgesetzt hat und Leon dann wieder in seinem Maxi Cosi schlafen konnte.

Icelandair kann ich für die Reise mit Baby auf jeden Fall empfehlen!

Unterkünfte:

Wir haben alle Unterkünfte nur für 2 Personen gebucht und in den Notizen vermerkt, dass wir unser Baby mitbringen und es mit uns im Bett schläft. Das war überall so in Ordnung, im Gerdi Guesthouse, im Dimmuborgir Guesthouse und im Hotel Kjarnalundur haben wir kostenfrei ein Babybett angeboten bekommen. Im Dimmuborgir Guesthouse gab es sogar kostenfrei ein Upgrade in eine Blockhütte, damit wir mit Leon mehr Platz haben, zudem hatten wir dort im Zimmer einen Hochstuhl. Auch sonst gab es in allem Hotels immer einen Hochstuhl im Frühstücks- bzw. Aufenthaltsraum. (Eine genaue Übersicht, wo wir überall waren findet ihr hier.)

Sehenswürdigkeiten:

Eine Rundreise durch Island ist keine Städtereise, von der Erwartung, dass ihr überall entspannt mit dem Buggy über Asphalt fahren könnt, könnt ihr euch im Vorfeld direkt verabschieden. Wir haben deswegen unsere Ergobaby Trage und den Buggy mitgenommen. Den Buggy hauptsächlich für den Flughafen, Einkaufen und unsere Besuche in Akureyri & Reykjavik. Die Trage für holprige Wege z.B. an der Gletscherlagune.

Positiv überrascht war ich vor Ort dann doch, wie oft wir ihn an den Sehenswürdigkeiten doch nutzen konnten. Beim Geysir, an diesen Wasserfällen: Gullfoss, Seljalandsfoss, Godafoss und auch am Viti-Krater und dem Solfatarenfeld Hverarönð konnten wir den Buggy problemlos nutzen.

Besonders toll fanden wir zudem das Mývatn Nature Baths, dort sind Kinder bis 12h kostenfrei, es gibt einen Hochstuhl + Wickelunterlage in der Umkleide, sowie kostenfrei Schwimmflügel zum nutzen. Leider hat Leon den kompletten Besuch verschlafen und ist erst im Restaurant wieder aufgewacht, sodass wir nichts nutzen konnten, aber für andere sicher wichtig zu wissen. Wir konnten den Buggy am Beckenrand abstellen und hatten ihn so immer im Blick. In der ähnlichen Blue Lagoon sind Babys leider nicht erlaubt.

Supermarkt:

Im Supermarkt gibt es in Reykjavik und Umland alles zu kaufen, was wir auch hier im Super- bzw. Drogeriemarkt haben. Ich weiß das so genau, weil Leons Koffer erst mit vier Tagen Verspätung ankam und wir bei Anreise quasi eine Erstausstattung an Brei, Windeln und Kleidung eingekauft haben. Ihr bekommt sogar Pampers und auch Hipp Produkte habe ich gesehen. Island ist leider dadurch, dass quasi alles importiert wird sehr sehr teuer. Wir haben für 1 Packung Windel, Feuchttücher, 4 Gläser, 2 Hosen, 2 Oberteile, 2 Strumpfhosen, 1 Schlafanzug und 3 Bodys beim Discounter (Hagkaup) ca. 80€ bezahlt.

Im Süden und in den Ostfjorden habe ich nur sehr sehr wenig Auswahl gesehen und keine Kleidung oder ähnliches. Sollte euer Koffer weg sein, oder ihr etwas vergessen haben, rate ich dazu direkt etwas zu kaufen bevor es bei einer Rundreise später schwierig wird.

Ziemlich gut fanden wir, dass es im Supermarkt immer Einkaufswagen mit Maxi Cosi drauf gab, so spart man sich das schwere Tragen.

Restaurants:

In Akureyri & Reykjavik waren wir in Restaurants abends etwas essen. Dort gab es immer einen Hochstuhl und wir wurden auch nicht komisch angesehen, als wir unsern Abendbrei ausgepackt haben. Auf der Strecke haben wir ansonsten immer an Tankstellen mit Shop gefragt, ob unser Brei erwärmt werden kann. Das hat grundsätzlich gut geklappt, allerdings müsst ihr euch bei einer Möglichkeit fragen, ob ihr jetzt das Essen erwärmen möchtet bzw. durchrechnen, ob es bis zur nächsten Option reicht, denn die kann dann gut noch 1-3 Stunden hin sein. Wenn wir keine Mikrowelle hatten, haben wir den Brei im Wasserbad erwärmt und das Wasser dafür vor der Weiterfahrt morgens in der Unterkunft im Wasserkocher abgekocht.

Andere Babys:

Wir sind am Ende der Sommersaison auf Island gewesen und haben tatsächlich nicht sehr viele Touristen mit Baby gesehen. Am Seljalandsfoss und am Godafoss haben wir jeweils andere Eltern mit Buggy gesehen und am Diamond Beach eine chinesische Familie mit Baby. In den Städten Akureyri & Reykjavik waren dafür viele Kleinkinder und Babys unterwegs, sowohl Touristen, als auch Einheimische. Grundsätzlich muss es aber schon einige reisende Familien geben, sonst würde es ja nicht überall Hochstühle und Babybetten geben, auch wenn das Restaurant/Hotel noch so klein ist.

FAZIT:

Island mit Baby hat super geklappt. Wir haben alles gesehen bzw. gemacht, was wir uns vorgenommen haben und mussten mit Baby keine Abstriche o.ä. machen. Wir sind aber auch nicht der Typ Reisenden, der z.B. eine Gletscherwanderung bucht, das wäre logischerweise mit Baby nicht möglich. Auch abends hat es super geklappt Polarlichter zu suchen oder ins Hot Tube zu gehen, während Leon entweder im Auto im Sitz geschlafen hat oder im Hotelzimmer mit Babyphone im Babybett lag. (Haben wir extra mitgenommen.) Zudem haben wir die Isländer als äußerst kinderfreundlich und interessiert empfunden. Viele haben Fragen über Leon gestellt und mit ihm gesprochen.

Wenn Island noch auf eurer Bucketlist steht bzw. ihr gerade über eine Reise mit Baby dorthin nachdenkt, wir können es nur empfehlen!

Und hier ein paar Impressionen, wie das mit Buggy und Trage so ablief:

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